Arbeitslehre

Berufsorientierung spielt in Zeiten von Globalisierung, demographischem Wandel und Fachkräftemangel eine immer größere Rolle, wodurch dem Fach Arbeitslehre in der Bildungsdebatte seit einigen Jahren immer mehr Bedeutung zu gesprochen wird. Gerade für unsere Schülerschaft ist es häufig schwierig, diesen Entwicklungen gerecht zu werden und auf der Suche nach einem Arbeitsplatz konkurrenzfähig zu sein, weswegen das Fach Arbeitslehre an der „Schule an der Brühlsbacher Warte" (SBW) bereits ab der 5. Jahrgangsstufe unterrichtet wird.

 

In den Klassenstufen 5, 6 und 7 durchlaufen die Schülerinnen und Schüler (SuS) während des Schuljahres mehrere verschiedene Bereiche, darunter Werken (Holzwerkstatt), Hauswirtschaft (Lernküche), Textil (Stoffwerkstatt), Computer (PC-Raum) sowie Theorie und Berufsorientierung. Vermittelt werden hier aufeinander abgestimmte Inhalte, die sich an Kompetenzen, also der Verbindung zwischen Wissen und Können, orientieren. Diese Kompetenzen beziehen sich auf den Lehrplan Arbeitslehre der Schule für Lernhilfe, nehmen dabei allerdings immer Rücksicht auf die speziellen Bedürfnisse unserer Schülerschaft. Aus diesem Grund wurde in den vergangenen Jahren ein eigenes Schulcurriculum entwickelt. Einige der Schwerpunkte dieses Curriculums sind beispielsweise Aspekte wie Arbeitsorganisation, fachgerechter Umgang mit Maschinen und Werkzeugen, Unfallschutz, Hygiene, etc., die in fast allen oben genannten Bereichen des Arbeitslehre- Unterrichts einen hohen Stellenwert haben.

 

Neben der Herstellung von Produkten werden aber auch theoretische Kenntnisse der Berufsorientierung vermittelt. So beschäftigen sich die SuS unter anderem mit Inhalten wie Bewerbungstraining, Wissen über verschiedene Berufe, persönliche Interessen und Fähigkeiten etc., wodurch ihnen grundlegende Kenntnisse über die Berufswelt vermittelt werden.

Seit dem Schuljahr 2011/2012 nimmt die SBW an dem Projekt KomPo7 teil, einem Kompetenzfeststellungsverfahren für 7. Klassen, bei dem die SuS eigene Stärken in Bezug auf personale, methodische und soziale Kompetenzen sowie nichtschulische Begabungen und Interessen entdecken können.

 

Der Boys und Girls Day bietet Jungen und Mädchen der 7. Klassen die Möglichkeit, erste Eindrücke aus Berufsfeldern zu sammeln, in denen ihr Geschlecht statistisch eher unterrepräsentiert ist.

 

Darüber hinaus finden im Rahmen des Arbeitslehre Unterrichts auch einige außerschulische Aktivitäten, wie Besuche bei der Arbeitsagentur (BIZ), Exkursionen (z.B. Holzmuseum Wißmar) sowie Betriebsbesichtigungen statt. Eine enge Kooperation mit der GWAB ermöglicht den SuS während des achten Schuljahres einen kontinuierlichen Praxistag. Dort können die Praktikanten die verschiedenen Werkstätten (Schreinerei, Maler- und Lackierer, Druckerei, Service sowie Kfz- Werkstatt) der GWAB durchlaufen, und so innerhalb eines „geschützten Raumes" berufsbezogene, außerschulische Lernerfahrungen machen. Im 9. Schuljahr findet ein vierwöchiges Betriebspraktikum statt, bei dem sich die SuS an unterschiedlichen, (möglichst) selbst gewählten Praktikumsplätzen des ersten Arbeitsmarktes profilieren können. Hierfür bekommen die Klassen 9 und 10 zusätzliche Unterstützung eines Berufseinstiegsbegleiters, der den SuS bei der Praktikumssuche und beim Übergang ins Berufsleben behilflich ist.

 

Ziel für die SuS der SBW sollte die Erlangung der „Berufswahlreife" sein. Daher ist es unerlässlich, gerade diesen SuS mit erschwerten Zugangsvoraussetzungen wesentliche Kompetenzen zu den vielfältigen Erfordernissen des Arbeitsmarktes zu vermitteln.