Förderbereich körperliche und motorische Entwicklung

Alle Schülerinnen und Schüler, auch die mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, wollen lernen und spielen, sich mit der Welt auseinander setzen, sich austauschen und mitteilen. Sie wollen sich geschätzt, selbstwirksam und in sozialer Interaktion erleben.

Der Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung umfasst das Spektrum von Schülerinnen und Schülern mit elementaren Lernbedürfnissen bis hin zu Schülerinnen und Schülern, die Abschlüsse der allgemeinen Schule anstreben. Sie alle haben – unabhängig von Art und Schweregrad ihrer Behinderung – das Recht auf eine ihren persönlichen Möglichkeiten entsprechende schulische Bildung und Erziehung.

 

Vorgaben

Beeinträchtigungen der körperlichen und motorischen Entwicklung sind in Art und Schweregrad vielfältig. Sie wirken sich fast immer auf grundlegende Lern- und Entwicklungsbereiche aus und können mit vielfältigen Folgen und Begleiterscheinungen im emotionalen, sozialen und kognitiven Bereich verknüpft werden.

Dies führt oftmals zu veränderten Entwicklungsbedingungen und beeinflusst nicht nur die Lernmöglichkeiten, sondern auch in besonderem Maße die körperliche und seelische Befindlichkeit der Schülerinnen. Hieraus ergibt sich ein sehr individueller Förderbedarf, der im Unterricht zwangsläufig zu einer starken Schülerorientierung führt. Die Folge ist in aller Regel eine sehr enge Schüler-Lehrer-Beziehung, die wiederum dafür verantwortlich ist, dass die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung stärker als andere Schulformen nicht nur einen Bildungsauftrag, sondern auch einen Erziehungsauftrag zu erfüllen hat. Dem kann jedoch nur durch eine ganzheitliche Förderung entsprochen werden, bei der die emotionalen und sozialen Ziele gleichberechtigt neben der Wissensvermittlung stehen. Damit den einzelnen Schülern mit all ihren Bedürfnissen entsprochen werden kann, findet deren Förderung sowohl im Klassenunterricht als auch im Rahmen von Einzelförderung sowie Kleingruppenarbeit statt.

Unterricht orientiert sich dabei an den Bildungs- und Erziehungszielen der allgemeinen Schulen bzw. an den Bildungsplänen des Förderschwerpunktes Lernen, hat darüber hinaus jedoch eigenständige Bildungsaufgaben zu erfüllen, die sich aus der Lebenswirklichkeit und dem künftigen Leben der Kinder und Jugendlichen mit körperlichen und motorischen Beeinträchtigungen ergeben.

Wesentliche Voraussetzungen für den Unterricht bilden an unserer Schule folgende

Unterrichtsprinzipien:

  • Selbsttätigkeit
  • Abnehmende Hilfe
  • Lebensnähe
  • Anschauung
  • Exemplarisches Lernen
  • Entdeckendes und problemlösendes Lernen
  • Entwicklungsgemäßheit
  • Ganzheitlichkeit

 

Um den Schülerinnen und Schülern mit körperlichen und motorischen Beeinträchtigungen erfolgreiches Lernen zu ermöglichen haben wir an der Schule an der Brühlsbacher Warte folgende Rahmenbedingungen

 

Personelle Ressourcen:

  • Einsatz differenziert ausgebildeter Förderschullehrerinnen und –lehrer im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung und im Förderschwerpunkt Lernen
  • Einsatz weiteren qualifizierten Fachpersonals:
    • Therapeutisches Personal (Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden)
    • Pädagogische Mitarbeiter in unterrichtsbegleitender Funktion
    • Förderschullehrerinnen und –lehrer mit ergänzender Ausbildung in anderen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten

Räumliche Rahmenbedingungen

  • Barrierefreiheit (z.B. rollstuhlgerechte Klassen- und Fachräume hinsichtlich Bewegungsmöglichkeit, Variierbarkeit der Lernorte,.....)
  • Geeignete Räume zur Individual- und Kleingruppenförderung
  • Ergänzende Räumlichkeiten und Ausstattung, die besonders die Voraussetzungen und Bedürfnisse schwerstbehinderter Schüler berücksichtigen (z.B. Snoezel-Raum, ggf. Pflegebett)
  • Behindertengerechte Sanitärausstattung
  • Ausstattung des Klassenraums mit höhenverstell- und neigbaren Tischen (höhenverstellbare Küchenzeile)

Organisation

  • Beförderung zur Schule
  • Schule als Ganztagsangebot (mit entsprechenden Rahmenbedingungen, z.B. Mittagessen)
  • Möglichkeiten der Kooperation mit der Schulsozialarbeit
  • Bei Bedarf Fortbildungen zu bestimmten förderpunktspezifischen Themen (z.B. Sport-Fortbildung mit Michael Schoo)
  • Regelmäßiges Treffen der schulinteren Arbeitsgruppe zum Förderschwerpunkt (Teilnehmer: interessierte Lehrerinnen, Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher) zu spezifischen Fragestellungen
  • Zusammenarbeit mit medizinischen Einrichtungen, Institutionen, Ämtern und Selbsthilfeverbänden
  • Zusammenarbeit mit der Berufsberatung (spezielle Angebote zur Berufsvorbereitung und Eingliederung)
  • Weitere spezielle Angebote:
    • Besonderes Sportangebot im Nachmittag
    • Teilnahme am Landessportfest der Körperbehinderten in Frankfurt
    • Gemeinsames Treffen mit Schülerinnen und Schülern der anderen Schulen des Förderschwerpunktes im Schulaufsichtsbereich LDK/LM