Berufsorientierung

Die Berufsorientierungsstufe BoS der Schule an der Brühlsbacher Warte umfasst die Jahrgänge 7 bis 9 bzw. 10. Der Name der Stufe ist Programm; Unsere Schüler sollen auf reale Arbeitsmöglichkeiten im Anschluss an ihre Schulzeit vorbereitet werden. Neben dem Festigen und Erweitern der Kompetenzen in den Kulturtechniken hat daher der Erwerb von überfachlichen Kompetenzen – dazu zählen persönliche und soziale Kompetenzen sowie Lernkompetenz – hinsichtlich der beruflichen Orientierung einen großen Stellenwert. Wesentliche Maßnahmen der Berufsorientierung an der SBW sind unterschiedliche Formen des Betriebspraktikums, deren intensive Reflektion, enge Kooperation mit Betrieben, Berufsberatung sowie Berufseinstiegsbegleitung in Kooperation mit der Agentur für Arbeit, Training der sog. social-skills, Potentialanalysen, Bewerbungstrainings sowie das Führen des Berufswahlpasses.

Die Berufsorientierungsstufe schließt mit dem Berufsorientierten Abschluss ab.

 

Beruforientierter Abschluss

Seit dem Schuljahr 2011/12 können Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen den Berufsorientierten Abschluss (BOA) erreichen – so auch bei uns. Dieser Abschluss ersetzt den Förderschulabschluss der Schule für Lernhilfe. Der BOA ist kein qualifizierender Abschluss; er stellt also keine Zugangsberechtigung zu weiterführenden Maßnahmen dar. Der BOA ist vielmehr Ausdruck der erreichten individuellen Kompetenzen unserer Schüler zum Ende ihrer Schulzeit.

 

Der BOA besteht aus drei Qualitätsbausteinen:

  1. Unterrichtsfächer
  2. Teamorientierte Projektprüfung
  3. Berufsorientierung

 

Der BOA „wird im Abschlusszeugnis vergeben, wenn nach erfolgreichem Schulbesuch und einer teamorientierten Projektprüfung eine mindestens ausreichende Gesamtleistung in den Unterrichtsfächern sowie eine mindestens ausreichende Leistung in der Berufsorientierung erbracht wurde.“ (§23 VOSB, Mai 2012)

 

Die drei Qualitätsbausteine werden im Folgenden näher betrachtet.

 

1. Unterrichtsfächer

Die Fächer werden gemäß der geltenden Stundentafel unterrichtet.

Zum Ende ihrer Schulzeit schreiben die Schüler in den Fächern Deutsch und Mathematik jeweils eine mehrstündige Abschlussarbeit. Die Ergebnisse dieser Arbeiten fließen in die Abschlussnote der Fächer ein.

Zu den jeweiligen Fachnoten werden für den Schüler exemplarische Kompetenzen im Zeugnis verbalisiert aufgeführt.

 

2. Teamorientierte Projektprüfung

Drei bis vier Schüler erarbeiten sich gemeinsam über einen Zeitraum von etwa vier Wochen möglichst selbstständig ein Thema und präsentieren dieses vor einer Prüfungskommission. Bewertet werden neben der Präsentation, die Arbeit in der Vorbereitungs- und Durchführungsphase sowie die abschließende Reflektion der Teamarbeit.

Projektorientiertes Arbeiten schon ab der Mittelstufe bereitet die Schüler auf diesen Baustein des BOA vor.

 

3. Berufsorientierung - BO

BO ist kein Fach. Vielmehr ist BO ein pädagogischer Sammelbegriff; ein Begriff für das übergeordnete Ziel der Berufsorientierungsstufe, für die übergeordnete Kompetenz, die unsere Schüler erreichen sollen sowie für all die unterschiedlichen Maßnahmen der Berufsvorbereitung – BO ist somit als Kernaufgabe für alle Beteiligten zu sehen.

Demnach ist BO fächerübergreifend – auch wenn BO explizit dem Fach Arbeitslehre zu Grunde liegt, findet BO auch jenseits des AL-Unterrichts statt.

Benotet wird der Bereich BO ab Klasse 7. Die Zeugnisnote wird durch eine verbale Beschreibung der individuell erreichten Kompetenzen ergänzt.

Die Dokumentation der BO soll allen Beteiligten – vor allem den Schülern selbst, den Erziehungsberechtigten, Praktikumsbetrieben aber auch zukünftigen Arbeitgebern – ein Bild über die Kompetenzen und Erfahrungen der Schüler vermitteln. Neben der verbalen Beschreibung in den Zeugnissen dokumentiert der Berufswahlpass (BWP) die individuelle BO.

Nachstehend werden die Bausteine bzw. Maßnahmen aufgezeigt, die wir an der Schule an der Brühlsbacher Warte unseren Schülern zur beruflichen Orientierung anbieten.

 

Berufsorientierung im Überblick

Jahrgangsstufe 7

 

1. Halbjahr:

  • Betriebserkundung der GWAB im Klassenverband (inkl. Vor- und Nachbereitung) – vor Herbstferien
  • Zertifikat „Kiosk" bzw. „PC-Führerschein"

2. Halbjahr:

  • KomPo7 (dreitägiges Kompetenzfeststellungsverfahren) – vor den Osterferien
  • Girlsday / Boysday
  • Optional: Betriebserkundung individuell (Interview, Schnupper-Praxistag, Präsentation) – vor Weihnachtsferien
  • Zertifikat „Kiosk" bzw. „PC-Führerschein"

 

Jahrgangsstufe 8

 

1. Halbjahr:

  • Kontinuierlicher Praxistag in den Werkstätten der GWAB (inkl. Vor- und Nachbereitung, Bericht)
  • Einführung Berufswahlpass
  • Experteninterview (Vor- und Nachbereitung)
  • Kennenlernen des BIZ
  • 1. Hilfe-Schein

2. Halbjahr:

  • Kontinuierlicher Praxistag in den Werkstätten der GWAB
  • Dreiwöchiges Betriebspraktikum (inkl. Vor- und Nachbereitung, Bericht)
  • Bewerbungstraining
  • Berufswahlpass

 

Jahrgangsstufe 9/10

 

1. Halbjahr:

  • zweiwöchiges Betriebspraktikum (inkl. Vor- und Nachbereitung, Bericht)
  • anschließender kontinuierlicher Praxistag (inkl. Vor- und Nachbereitung, Bericht)
  • Experteninterview (Vor- und Nachbereitung)
  • Berufsberatung durch Agentur für Arbeit
  • Berufswahlpass
  • Bewerbungstraining

2. Halbjahr:

  • Kontinuierlicher Praxistag (inkl. Vor- und Nachbereitung, Bericht)
  • Berufswahlpass
  • Übergangsvorbereitung

weitere obligatorische Bausteine in jeder Jahrgangsstufe

  • Elternarbeit
  • projektorientierter Unterricht

weitere optionale Bausteine ab Jahrgangsstufe 9:

  • Berufseinstiegbegleitung
  • Initiative Inklusion